Realisierung von Projekten

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Leider werden oft Anträge gestellt, ohne auch konkrete Finanzierungspläne vorzulegen. Die „geforderten“ Projekte klingen alle sehr plausibel und wären auch durchaus zu realisieren, wenn irgendwo Geld zur Verfügung stehen würde. In letzter Konsequenz treffen Ausgaben, die über das vorhandene finanzielle Potential der Gemeinde hinausgehen, immer wieder den Bürger, sei es durch Mehrbelastungen bei den Gebühren oder Minderausgaben bei anderen, wichtigen Einrichtungen, wir bewegen uns finanziell immer in einem einzigen Topf, auch wenn dieser viele Abteilungen enthält.

Asphaltierung der Kirchen- und 10.-Oktober-Straße:

Neben der Asphaltierung einer, bereits recht gut asphaltierten Straße, wurde auch angeregt, die Wasserleitung mit zu sanieren. Kosten für die Asphaltierung mit „sinnvoller“ Straßenbeleuchtung rund € 70.000,00 dazu kommt noch die Belastung des Wasserhaushaltes mit € 100.000,00 für die neue Wasserleitung. Geld das uns leider, vor allem was die Wasserleitung betrifft, nicht zur Verfügung steht.

Dass es sicherlich schön wäre, die Straße neu zu asphaltieren steht außer Frage, denn neue Straßen sehen immer schön aus. Es ist aber bedenklich, solange es noch immer Ortsteile gibt, deren Bewohner ihre Häuser nur über eine Schotterfahrbahn erreichen.

Sinnvolle Ergänzung der Straßenbeleuchtung:

Ist etwas nur mit Sinn behaftet, wenn es eine Partei als sinnvoll erachtet, gelten technische Regeln und Normen als sinnvoll (diese schlagen Entfernungen der einzelnen Lichtpunkte von unter 25 m vor) oder gilt eine Straßenbeleuchtung nur dann als sinnvoll, wenn 100% der Bürger damit einverstanden sind und gilt die Straßenbeleuchtung als sinnvoll, wenn zwar Licht vorhanden ist, aber die Sicht auf der Fahrbahn nicht besser wird, nur weil sich Anrainer vom Licht gestört fühlen? Es ist schwer aus dieser Forderung ein konkretes Projekt zu erarbeiten denn es wird immer wieder Kritikpunkte geben, dass dieses oder jenes nicht sinnvoll war/ist.

Fertigstellung der Sibirienstraße:

Eine angenehme Abkürzung für einige GemeindebürgerInnen, vor allem für jene die von Toppelsdorf und Angern bzw. Nadram in Richtung Ebenthal fahren müssen. Aus einem Waldweg eine Autobahn zu machen ist jedoch Luxus, auch wenn ein Teil der Kosten vom Land getragen werden sollten, bleibt doch noch ein Großteil am Gemeindebudget hängen.

Erweiterung des Kindergartens:

Klingt gut, ist finanziell aber leider nicht zu tragen. Wir sprechen hier nicht von 15-20 Kindern die keinen Platz erhalten würden, sondern von maximal 3 Kindern, vor allem am Beginn des Kindergartenjahres. Es ist natürlich schwer für Eltern, wenn ein Kindergartenplatz nicht vorhanden ist, andererseits haben wir aber immer eine Lösung gefunden, einen Platz zur Verfügung zu stellen. Wo ist die Finanzierung oder Kostenschätzung für das Projekt? Wir haben diese Überlegung bereits 2009 gemacht. Eine Realisierung wurde aber abrupt gestoppt, da es seit der Errichtung des Funcourts nicht einmal mehr räumlich die Möglichkeit gibt, den Kindergarten zu erweitern. Es bliebe also nur mehr ein kompletter Neubau auf einem freien Grundstück, wir besitzen aber weder eine adäquate Fläche noch wäre eine solche überhaupt zu finanzieren. Im Zuge der damaligen Erhebungen wurde festgestellt, dass sowohl ein Gruppenraum als auch ein Bewegungsraum, eine Garderobe und auch die sanitären Anlagen zu erweitern sind. Aufgrund der schon jetzt sehr beengten Situation müsste ein Lagerraum für die Kindergartenutensilien errichtet werden. Damals geschätzte Kosten € 560.000,00; hinzu kommt noch die Möblierung sowie Adaptierungsarbeiten im Bestand. Wir müssten mit Kosten von rund € 650.000,00 rechnen wobei in diesem Kindergarten die Kinder übereinander im Garten spielen müssten, denn der Garten kann nicht ausgeweitet werden und der Zubau müsste auf der bestehenden Fläche errichtet werden. Ein kompletter Neubau würde das Dreifache kosten. Wenn man die Kleinkindgruppe mit zwei zusätzlichen Gruppen einbezieht, würden die Kosten rund 2 Mio Euro betragen, der Grund im Ausmaß von 5.000 m² würde sich nochmals mit € 430.000,00 zu Buche schlagen. Von den höheren Personalkosten ganz abgesehen. Die Gemeinde müsste dann wahrscheinlich jeden Kindergartenplatz mit rund € 3.500,00 jährlich stützen was einer Mehrbelastung von jährlich rund € 50.000,00 nahe kommt. Für dieses Geld müssten wir dann andere Ausgaben streichen. Im Übrigen ist festzustellen, dass der Besuch des Kindergartens in Maria Rain im Vergleich zu anderen Gemeinden noch recht günstig ist.

Erweiterung der Wasserversorgung nach Nadram unterer Teil:

Laut Kostenschätzung des Büro DI. Klatzer würden die Kosten für die WVA 171.000,00 betragen, die Kanalisation würde 117.000,00 benötigen also insgesamt € 288.000,00.

Versorgt werden sollen lediglich 4 Wohnhäuser, wovon ein Objekt nicht ständig bewohnt ist und ein weiteres Objekt eine Hofstelle ist, für welche es eine Möglichkeit zur Ausnahme von der Anschlussverpflichtung zum Kanal gibt.

Die zu erwartenden Rückzahlungskosten ohne die Kosten für die laufende Wartung und den Betrieb würden allein für den Wasserhaushalt € 7.600,00 betragen, die zu erwartenden Einnahmen werden voraussichtlich rund € 1.200,00 betragen. Jährlich müsste der ordentliche Wasserhaushalt einen Betrag von mindestens € 6.400,00 d.s. € 11,00 /m³-Wasser für diese Anlage, zuschießen.

Für die Kanalisationsanlage ist mit Rückzahlungen in der Höhe von rund € 4.150,00 zu rechnen. Demgegenüber stehen Einnahmen in der Höhe von rund € 1.800,00 wenn alle Objekte angeschlossen werden. Schließt die Hofstelle nicht an, so ist lediglich mit Einnahmen in der Höhe von 1.350,00 zu rechnen. Aus dem Kanalhaushalt wäre ein jährlicher Zuschuss von rund 2.800,00 (€  4,70/m³) zu entrichten.

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass für dieses Vorhaben jährlich zusätzliche Kosten in der Höhe von mindestens € 9.000,00 exkl. Wartungs- und Instandhaltungskosten anfallen würden. Auch ist aufgrund der Gespräche in der Vergangenheit davon auszugehen, dass einige Bewohner des betroffenen Gebietes nicht das Wasser aus der Gemeindewasserversorgung beziehen wollen, sondern diese lediglich als Notversorgung sehen.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist von diesem Vorhaben abzuraten, da die Kosten eine immense Mehrbelastung der jeweiligen Haushalte mit sich ziehen. Es wird auch zu Bedenken gegeben, dass im Wasserhaushalt ohne die Einnahmen aus den Anschlussbeiträgen ein jährlicher Abgang in der Höhe von rund € 90.000,00 zu befürchten ist. Eine 10 %ige Mehrbelastung würde bedeuten, dass die Mehrkosten auf die gesamte Bevölkerung von Maria Rain abzuwälzen sind und der Bruttowasserzins auf mindestens € 2,20/m³ angehoben werden muss.

Hierzu ist auch festzuhalten, dass für die vorhandenen Objekte und Bewohner genügend Wasser vorhanden ist. Lediglich bei sehr langen Trockenperioden besteht die Gefahr, dass kein Wasser vorhanden ist. Würde das Gebiet mit Wasser und Kanal versorgt werden, so würden auch die Begehrlichkeiten hinsichtlich der Baulandwidmungen steigen. Eine Erweiterung von Bauland in diesen Streusiedlungen ist jedoch im Örtlichen Entwicklungskonzept ausgeschlossen.